Nachkriegskinder
Generation zwischen Wirtschaftswunder, Bindungssehnsucht und historischen Brüchen
2027
Die Generation der Nachkriegskinder – die Jahrgänge der 1950er und 1960er – wuchs in einer Welt auf, die äußerlich wieder aufgebaut war, während im Inneren ihrer Eltern der Krieg vielfach weiter tobte. Für die Nachkriegskinder bedeutete dies, in Familien groß zu werden, in denen Gefühle oft nicht fühlbar waren, Nähe nicht regulierbar und Bindung nur eingeschränkt möglich. Die Seele der Eltern war häufig „nicht erreichbar“ – und aus diesem Mangel entstand eine lebenslange Bindungssehnsucht, die sich bis heute in vielfältigen körperlichen und psychischen Symptomen zeigt.
Der Workshop bietet eine gemeinsame Spurensuche in die Geschichte, um sogenannte „Trigger“ zu erkennen – Auslöser, die das Wiedererleben alter Erinnerungen und Erfahrungen hervorrufen können. Der Blick zurück vermittelt grundlegendes historisches Wissen, das dabei hilft, Patientinnen und Patienten besser zu verstehen und ihr Verhalten einzuordnen. Es soll deutlich werden, was wir aus der Vergangenheit für den Umgang mit aktuellen und zukünftigen Krisen lernen können.
Einblicke in vielfältige Möglichkeiten der Kommunikation, der Begleitung und des Perspektiv-wechsels, um auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben sind Inhalte des 4-stündigen Workshops. Raum für Austausch über Erfahrungen aus der täglichen Arbeit soll eine praxisnahe, achtsame Begleitung von Patientinnen und Patienten ermöglichen.
Inhalte:
- Geschichtliches und psychologisches Wissen zur Nachkriegszeit
- Entstehung von Traumatisierung und Erkennen von Retraumatisierung
- Vermittlung von Stabilisierungs- und Kommunikationstechniken
- Reflexion und Austausch der täglichen Arbeit/ Fallbeispiele
Workshop
alle Interessierten aus Pflege, Medizin, Therapie (Physio-, Ergotherapie, Logopädie), Psychosoziale Berufsgruppen sowie weitere unterstützende Berufsgruppen im Gesundheitswesen, die mit erkrankten Menschen und deren An- und Zugehörigen arbeiten
Claudia Wollenberg
Diplom und Palliativpsychologin Examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin
Teilnahmebescheinigung der Akademie Travebogen
Ziegelstraße 9-11
23556 Lübeck
100,00 Euro
inkl. Kursmaterialien, Snack, Kaffee, Tee und Wasser während der Veranstaltung.
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